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Über uns und die Danz

Als Otto Schottenheim (regensburger Bürgermeister a.D., NSDAP und SS Mitglied seit 1929) als Initiator der damals nach ihm und heute nach St. Konrad benannten Siedlung im Nord-Osten Regensburgs auftrat, hätte er sich vermutlich niemals vorstellen können, dass das damalige Ärztehaus in der Danziger Freiheit 5 irgendwann einmal als Rückzugs- und Freiraum für Nestbeschmutzer_Innen aller Couleur werden könnte. Doch genau das sollte geschehen…

Anfang der 1970er Jahre wurde das Haus, welches inmitten der ehemaligen NS-Mustersiedlung liegt, von einer Horde Hippies heimgesucht, die einfach nicht mehr weggehen wollte. Irgendwann zog die erste Mieter_Innengeneration jedoch aus, doch damit war der Frieden in der Konradsiedlung noch lange nicht wiederhergestellt.

Seit den 80er Jahren wurde die Danz zum Anlaufpunkt für Punk-Konzerte, Partys und Gegner_Innen von Kernenergie, die die Danz zu Dutzenden, einige weise Ex-Bewohner_Innen sprechen von bis zu 150 Menschen auf einmal, als Nachtlager nutzten, um in Wackersdorf gegen die Wiederaufbereitungsanlage zu demonstrieren.
„Da engagieren sich junge Menschen, mit denen muss doch was faul sein!“, dachte sich da der Staat und setzte kurzerhand eine Gruppe genauso macht- und ergebnislos arbeitender Staatsschützer auf das Gesindel an.

Die Danz hat im Laufe ihrer Geschichte so manches gesehen. 9 Jahre lang Nazis, ca. 25 Jahre bürgerliches Familienleben und mittlerweile mehr oder weniger 40Jahre Hippies, Punks, Anarchist_Innen, Kommunist_Innen, auf der Suche-Nach-Sich-Selbst-Seiende und, das ist mehr als wahrscheinlich in diesem Bundesland, immer wieder die Polizei.
Auch wenn die Ansprüche der Bewohner_Innen an das Zusammenleben in der Danz sich über Jahrzehnte hinweg immer wieder geändert haben dürften, wird ein Kerngedanke immer präsent gewesen sein: Gemeinsames, günstiges, selbstbestimmtes Leben ist eine Sache, die es zu schützen gilt!

Und wie auf Bestellung kam dann im Jahr 2010 die Nachricht, die diesen Gedanken aufs Schärfste herausforderte: Den Bewohner_Innen wurde mitgeteilt, dass die Danz verkauft werden soll. Ein einzigartiger Freiraum Regensburgs war bedroht.

Von Freunden kam da der Tipp, sich an das Mietshäuser Syndikat zu wenden.
Gesagt – Getan.

Am 27. Februar 2012, nachdem zwei lange Jahre ausführlich beraten, Dokumente unterschrieben, Kredite gesammelt, bürokratische Hürden bei Bank und Notar überwunden und so ganz nebenbei der Alltag in der WG gemeistert wurde, war es dann endlich soweit. Die beiden Geschäftsführer der Danz GmbH unterschrieben gemeinsam mit unserem damaligen Vermieter beim Notar den Kaufvertrag.

Das, was 40 Jahre gewünscht, zwei Jahre intensivst geplant und herbeigesehnt wurde, war nun einen riesigen Schritt nach vorn gekommen: Die Danz kann und wird es weiterhin geben! Auch wenn die Fluktuation im Haus groß ist und uns Zahlen, Rechnungen, Versicherungsschreiben und das Finanzamt oft den letzten Nerv rauben, sind wir uns sicher, auf dem richtigen Weg zu sein. Denn wir erhalten und pflegen hier nicht unser persönliches Eigentum, sondern befinden uns mitten in einem Prozess, der kapitalistische Besitzverhältnisse nicht nur in Frage stellt, sondern diese ebenfalls unterwandert.

Wir sind uns der Tatsache durchaus bewusst, dass es eigentlich einen Widerspruch darstellt, einerseits kapitalistische Strukturen und Verhaltensweisen abzulehnen und andererseits ein Haus zu kaufen, statt es zu besetzen. Da es jedoch nicht unser Ziel ist, lediglich ein kämpferisches Statement abzugeben, sondern die Danz langfristig für uns, kommende Bewohner_Innen und alle Unterstützer_Innen und langjährige Besucher_Innen zu erhalten, haben wir uns für den Kauf des Hauses zusammen mit dem Mietshäuser Syndikat entschieden. Diese Entscheidung wurde auch unter Berücksichtigung unserer Verantwortung gegenüber Suchenden von alternativen Kulturangeboten getroffen.

Denn irgendwann gehört die Danz sich selber und wird noch in 100 Jahren von Menschen, die uns ähnlich, oder komplett anders sein mögen, bewohnt und genutzt werden. Wir hoffen, dass das öffentliche Interesse an der Danz niemals schrumpfen wird und wir durch unsere Pionierarbeit in Regensburg (ähem, Eigenlob muss an dieser Stelle einfach sein) weitere Gruppen motivieren und inspirieren können, ihre eigenen Wohnverhältnisse zu hinterfragen und zum Vorteil vieler umzuwandeln.

About us and the Danz

When Otto Schottenheim (former Mayor of Regensburg, NSDAP and SS member since 1929) acted as the initiator of the settlement in the north-east of Regensburg named after him and today after St. Konrad, he would probably never have imagined that the medical center at that time in the Danziger Freiheit 5 could one day become a place of retreat and free space for nest polluters of all stripes. But that’s exactly what should happen …

At the beginning of the 1970s, the house, which lies in the middle of the former NS model settlement , was haunted by a horde of hippies who simply did not want to leave. At some point, however, the first generation of tenants moved out, but peace in the Konrad settlement was far from being restored.

Since the 1980s, the Danz has been the focal point for punk concerts, parties and opponents of nuclear energy, which the Danz has dozens, some wise ex-residents speak of up to 150 people at one time, as night camps, to oppose the reprocessing plant in Wackersdorf to demonstrate.
“Young people are involved, something must be lazy with them!” Thought the state, and without further ado put a group of state guards who were just as powerless and unsuccessful on the rabble.

Danz has seen many things in the course of its history. For 9 years Nazis, about 25 years of middle-class family life and now more or less 40 years of hippies, punks, anarchists, communists, in search of oneself and, more than likely in this state, again and again Police.
Even if the demands of the residents on living together in the Danz may have changed again and again over decades, a core idea will always have been present: Common, cheap, self-determined life is one thing that needs to be protected!

And as in the case of an order, the message came in 2010 that challenged this idea: The residents were told that the Danz should be sold. A unique freedom of Regensburg was threatened.

Friends got the tip to turn to the syndicate tenements .
Said and done.

On February 27, 2012, after two long years of detailed advice, signing documents, collecting loans, overcoming bureaucratic hurdles at the bank and notary and, incidentally, coping with everyday life in the shared apartment, the time had finally come. The two managing directors of Danz GmbH signed the purchase contract with our then landlord at the notary.

What had been desired for 40 years, planned and longed for two years, had now taken a giant step forward: Danz can and will continue to exist! Even if there is a high fluctuation in the company and numbers, invoices, insurance letters and the tax office often take our nerves, we are sure that we are on the right track. Because we do not maintain and maintain our personal property here, but are in the middle of a process that not only questions capitalist ownership, but also undermines it.

We are well aware of the fact that it is actually a contradiction to reject capitalist structures and behaviors on the one hand and to buy a house instead of occupying it on the other. However, since it is not our goal to just make a combative statement, but to maintain the Danz for us, future residents and all supporters and long-term visitors, we decided to buy the house together with the tenement house syndicate. This decision was also made taking into account our responsibility towards seekers of alternative cultural offerings.

Because at some point Danz belongs to itself and will still be inhabited and used in 100 years by people who may be similar or completely different to us. We hope that public interest in the Danz will never shrink and that through our pioneering work in Regensburg (ahem, self-praise must be easy at this point) we can motivate and inspire other groups to question their own living conditions and convert them to the benefit of many.